Interview mit Martin Becker



Zur Person:
Martin Becker (37), ist einer der erfolgreichsten deutschen Sportler überhaupt. Mit der
A-Nationalmannschaft gewann er in seiner Karriere drei Weltmeisterschaften, vier
Europameisterschaften und zwei mal die World Games. Becker, der bereits für den TSV Bayer 04
Leverkusen, TKD Duisburg, TS Hannover 52 und Union Freistadt auf Punktejagd ging, absolvierte 63
A-Länderspiele.

Frage: Kurz vor dem wichtigen Nationalmannschaftlehrgang in Murg kam die Meldung Ihres
Rücktritts. Weshalb fiel diese Entscheidung so knapp vor dem eigentlichen
Nominierungswochenende?

Antwort: Am 21 Juni sprach mich Udo Schulz nach unserem Bundesligaspieltag an. Er war sehr
sauer darüber zu erfahren, dass ich vier Wochen nicht in Leverkusen beim Training war. Darauf sagte
er mir, dass ich bei der Europameister auf gar keinen Fall spielen würde. Wenn ich aber noch
Interesse an der Weltmeisterschaft hätte, auf jeden Fall zum Lehrgang nach Murg kommen müsste.
Ich erbat mir Bedenkzeit und habe ihn dann am Dienstag den 25.06.02 angerufen und meinen
Rücktritt erklärt. Ich hatte mit Udo Schulz  eine Vereinbarung, dass ich diese Saison in Leverkusen
unter Hartmut regelmäßig und sehr hart an mir arbeite. Da ich leider dem vier Wochen nicht
nachkam, war die Nichtberücksichtigung in Erlangen verständlich von Udo, aber für mich natürlich
sehr hart, weil ich mich diese Saison recht gut fühlte.

 Frage: Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen, gab es Differenzen mit der Mannschaft
oder dem Trainerstab?

Antwort: Nein, es gab keine Differenzen mit der Mannschaft oder dem Trainerstab

Frage: Laut Pressemeldung ist Ihr Rücktritt nur auf dieses Jahr, also die
Europameisterschaft begrenzt. Heißt das, wir können 2003 bei der Weltmeisterschaft wieder
mit Ihnen rechnen?

Antwort: Ich habe meinen Rücktritt erklärt, sollte der Bundestrainer trotzdem 2003 Interesse an mir haben,
braucht er mich nur anrufen.

Frage: Seit 2000 ist Ihr früherer Nationalmannschaftkollege Udo Schulz Bundestrainer.
Gleich im ersten Jahr feierten Sie zusammen den Europameistertitel. Bei den World Games
im vergangenen Jahr wurden Sie nur dritter. Sie spielen nun seit gut 10 Jahren in der
Weltspitze, wie steht es um die Zukunft des deutschen Faustball-Sports?

Antwort: Ich bin überzeugt, dass, wenn unseren jungen Spieler, die ja auch auf dem ersten Lehrgang
schon eingeladen waren und auch teilweise nominiert wurden, weiter hart an sich arbeiten und
natürlich gesund bleiben, wir im Konzert der Großen vier mit Sicherheit wieder ein großes Wort
mitreden können.

Frage: Sie werden in diesem Jahr 37. Wie sieht Ihre sportliche Planung für die Zukunft aus?

Antwort: Ich muss ehrlich zugeben, dass mir in den letzten Wochen der Gedanke komplett aufzuhören sehr oft
gekommen ist. Aber ich warte jetzt erst mal die Deutschen Meisterschaften ab, dann habe ich genug Zeit um
mir um meine Zukunft Gedanken zu machen.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Zukunft!
Das Interview führte Felix Stöldt Anfang Juli mit Martin Becker.
 
 

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